Ausgabe 18/2018
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 02.05.2018
LAG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 13.07.2017 - 5 Sa 49/17

Verdachtskündigung eines langjährig beschäftigten Arbeitnehmers

An die Verdachtskündigung werden hohe Anforderungen gestellt. Dies gilt erst recht für langjährig beschäftigte Arbeitnehmer, wenn das Arbeitsverhältnis bisher störungsfrei verlaufen ist.

Der Kläger arbeitet seit 1967 als Werkzeugmacher bei der Beklagten, die letzten 26 Jahre davon in Dauernachtschicht. Er ist als Schichtführer Vorgesetzter von zwei Mitarbeitern und verdient monatlich 4.200 € brutto. Wegen einer Verletzung am Bein war er für sechs Wochen arbeitsunfähig. Der beklagte Arbeitgeber kündigte das Arbeitsverhältnis außerordentlich fristlos und hilfsweise ordentlich, da er der Auffassung war, dass der Kläger die Arbeitsunfähigkeit lediglich vorgetäuscht habe. Der Beklagte hatte nämlich einen Detektiv beauftragt, der den Kläger observiert hatte. Der Kläger wurde in Arbeitskleidung auf seinem Weinberg angetroffen. Aus den gesammelten Beobachtungen ergab sich für den Beklagten der Verdacht, dass der Kläger durch die Tätigkeit auf dem Weinberg seine Genesung verzögert haben könnte.