Ausgabe 32/2015
Steuertipp vom 04.08.2015

Verlustabzug bei stufenweisem Ausscheiden eines Mitunternehmers

War der ausscheidende Gesellschafter während seiner Zeit als Gesellschafter in unterschiedlicher Höhe beteiligt, ist bei Berechnung des auf ihn entfallenden Anteils am Gewerbeverlust immer auf seine Beteiligungsquote in dem bzw. den Verlustentstehungsjahren sowie ggf. vorangegangener Verlustabzugsjahre abzustellen (R 10a.3 Abs. 3 Satz 9 Nr. 1 GewStR).

Eine Minderung des vortragsfähigen Gewerbeverlusts ist erst in dem Erhebungszeitraum vorzunehmen, in dem der Gesellschafter endgültig ausscheidet.

Beispiel 1:

Der vortragsfähige Gewerbeverlust der A-OHG belief sich zum 31.12.2012 auf 600.000 €. An der A-OHG waren bis zum 31.12.2012 die Gesellschafter A, B, C und D zu gleichen Teilen (je 25 %) beteiligt. Mit Wirkung zum 31.12.2012 veräußerte D einen Anteil von 20 % (80 % seines bisherigen Anteils) an A und verblieb nach dieser Anteilsübertragung noch zu 5 % an der A-OHG beteiligt.

Im 2013 erzielte die A-OHG einen Gewerbeverlust von 200.000 €. Zum 31.12.2013 veräußerte D auch seinen restlichen Mitunternehmeranteil an A.

Lösung:

Der infolge des Ausscheidens des Gesellschafters D zum 31.12.2013 entfallende Gewerbeverlust berechnet sich wie folgt:

25 % von 600.000 €:

150.000 €

5 % von 200.000 € (Verlust 2013)

+ 10.000 €

insgesamt

160.000 €