Ausgabe 14/2022
Steuertipp vom 06.04.2022

Verluste bei Rückkauf von Lebensversicherungen

Nach der ab 2005 geltenden Fassung des § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG sind die Einnahmen aus Kapitalvermögen bei Rückkauf einer Versicherung i.S.d. § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG (fondsgebundene Lebensversicherung, Rentenversicherung mit und ohne Kapitalwahlrecht, soweit keine Rentenzahlung erfolgt, Kapitalversicherungen mit Sparanteil sowie Unfallversicherungen mit garantierter Beitragsrückzahlung) grundsätzlich der Unterschiedsbetrag zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der hierauf entrichteten Versicherungsbeiträge. Zu den vom Steuerpflichtigen entrichteten Beiträgen gehören auch die Ausfertigungsgebühr, die Abschlussgebühr und die Versicherungssteuer. Eine Vermittlungsprovision, die vom Versicherungsnehmer aufgrund eines gesonderten Vertrags an einen Versicherungsvermittler gezahlt wird, ist bei der Berechnung des Unterschiedsbetrags (zusätzlich) ertragsmindernd anzusetzen (BMF-Schreiben v. 22.12.2005, BStBl I 2006, 92, Rdnr. 56, 60).

Ist der Rückkaufswert und damit auch der Auszahlungsbetrag niedriger als die Summe der entrichteten Beiträge, führt dies zu einem negativen Unterschiedsbetrag nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 EStG. Zu einem solchen negativen Unterschiedsbetrag kann es insbesondere in den Fällen eines frühzeitigen Rückkaufs des Versicherungsvertrags kommen. Das Versicherungsunternehmen hat diesen negativen Unterschiedsbetrag in einer Steuerbescheinigung auszuweisen.