Ausgabe 20/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 15.05.2018
BFH, Urt. v. 11.10.2017 - IX R 15/17, NV

Verlustfeststellung nach bestandskräftigem Einkommensteuerbescheid

Ist der Einkommensteuerbescheid des Verlustentstehungsjahres bestandskräftig und berücksichtigt er keinen Verlust, ist der erstmalige Erlass eines Feststellungsbescheids über den verbleibenden Verlustvortrag nach § 10d Abs. 4 Satz 4 EStG i.d.F. des JStG 2010 nur zulässig, soweit eine Korrektur dieses Steuerbescheids nach den Vorschriften der Abgabenordnung hinsichtlich der bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichenen negativen Einkünfte möglich ist und diese der Steuerfestsetzung tatsächlich zugrunde gelegt worden sind.

BFH, Urt. v. 11.10.2017 - IX R 15/17, NV

Im Urteilsfall waren die Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung in dem bestandskräftigen Einkommensteuerbescheid nicht im Rahmen des Gesamtbetrags der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 EStG) als (vorab entstandene) Werbungskosten berücksichtigt, sondern lediglich nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG als beschränkt abziehbare Sonderausgaben im Rahmen der Ermittlung des Einkommens (§ 2 Abs. 4 EStG) abgezogen worden. Der BFH hat eine nachträgliche Verlustfeststellung abgelehnt.