Ausgabe 14/2009
Thema der Woche vom 02.04.2009

Vermögensverwaltende GmbH wird zum Finanzunternehmen

Nach einem Grundsatzurteil des BFH sind Holding-Kapitalgesellschaften einem Finanzunternehmen gleichgestellt, so dass die Steuerbefreiung des § 8b KStG ausscheidet (Urt. v. 14.01.2009 - I R 36/08). Das bedeutet nicht nur, dass Dividenden und Veräußerungsgewinne zum steuerpflichtigen Einkommen gehören und im Gegenzug realisierte Verluste aus den Beteiligungen uneingeschränkt gewinnmindernd zu berücksichtigen sind. Diese Entscheidung hat auch Auswirkungen auf vermögensverwaltende GmbHs, die derzeit von Privatanlegern als Ausweg vor der Abgeltungsteuer für den Aktienbesitz gewählt werden.

Die Regelung des § 8b KStG

Nach dieser Vorschrift bleiben Dividenden bei der Ermittlung des Einkommens außer Ansatz (§ 8b Abs. 1 KStG). Gleiches gilt für Gewinne aus der Veräußerung entsprechender Anteile (§ 8b Abs. 2 KStG). Allerdings dürfen 5 % der Bezüge als sog. Schachtelstrafe nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden (§ 8b Abs. 5 KStG) und Gewinnminderungen werden nicht berücksichtigt (§ 8b Abs. 3 KStG). Dafür kann der Aufwand, der mit diesen Beteiligungen zusammenhängt in vollem Umfang als Betriebsausgabe abgesetzt werden.