BFH - Urteil vom 10.10.2018
IX R 30/17
Normen:
EStG § 21 Abs. 2; FGO § 96 Abs. 1 Satz 1; AO § 162;
Fundstellen:
BB 2019, 470
BFH/NV 2019, 317
BFHE 263, 6
BStBl II 2019, 200
DStR 2019, 376
DStRE 2019, 325
DStZ 2019, 212
FR 2019, 667
HFR 2019, 276
NJW 2019, 800
Vorinstanzen:
FG Sachsen, vom 13.10.2016 - Vorinstanzaktenzeichen 8 K 1569/14

BFH, Urteil vom 10.10.2018 - Aktenzeichen IX R 30/17

DRsp Nr. 2019/2549

Voraussetzungen der steuerlichen Anerkennung eines Mietverhältnisses unter Ehegatten Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete

1. Die ortsübliche Vergleichsmiete kann nicht auf der Grundlage statistischer Annahmen mit der sog. EOP-Methode bestimmt werden (Anschluss an BGH-Rechtsprechung). 2. Lassen sich vergleichbare Objekte nicht finden, muss das Gericht einen erfahrenen und mit der konkreten örtlichen Marktsituation vertrauten Sachverständigen, z.B. einen erfahrenen Makler, beurteilen lassen, welchen Miet- oder Pachtzins er für angemessen hält.

Tenor

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des Sächsischen Finanzgerichts vom 13. Oktober 2016 8 K 1569/14 aufgehoben, soweit es die Einkommensteuer für 2008, 2009 und 2010 betrifft.

Die Sache wird an das Sächsische Finanzgericht zurückverwiesen.

Diesem wird die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens übertragen.

Normenkette:

EStG § 21 Abs. 2; FGO § 96 Abs. 1 Satz 1; AO § 162;

Gründe

I.

Die Klägerin und Revisionsklägerin (Klägerin) erwarb mit notariellem Vertrag von Juli 2006 das mit einem historischen Gebäude bebaute und als Gaststätte genutzte Grundstück A in B zum Preis von 140.000 €.