Ausgabe 39/2017
Umsatzsteuer Aktuell vom 26.09.2017
BFH, Urt. v. 03.08.2017 - V R 59/16

Vorsteuerabzug bei einer Dachertüchtigung für eine Photovoltaikanlage

Beim Vorsteuerabzug aus einer Werklieferung für die gesamte Dachfläche eines Gebäudes muss die Verwendungsmöglichkeit des gesamten Gebäudes in die durch § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG vorgegebene Verhältnisrechnung einbezogen werden.

BFH, Urt. v. 03.08.2017 - V R 59/16

Die Klägerin betrieb eine Photovoltaikanlage zur entgeltlichen Stromeinspeisung. Die Anlage befand sich auf dem Dach des von ihr mit ihrem Ehemann bewohnten Anwesens, das aus dem ausschließlich privat genutzten Wohnhaus und einer Scheune bestand. Die Scheune wurde im Streitjahr privat als Werkstatt und Stellplatz für drei Pferde genutzt. Wohnhaus und Scheune befanden sich unter einem gemeinsamen Dach. Die Klägerin mietete von ihrem Ehemann eine über dem Scheunenteil des Anwesens gelegene Teilfläche des Dachs von 158,5 qm zum Betrieb der Photovoltaikanlage. Aus den Rechnungen eines Dachdeckers machte die Klägerin einen Vorsteuerabzug i.H.v. 90 % geltend. Die Arbeiten umfassten für die gesamte Dachfläche von 470 qm u.a. die Abnahme der Ziegel und Dachlattung, das Anbringen einer bitumierten Dachschalungsbahn mit neuen Konterlatten und Dachlatten, die Wiedereindeckung des Dachs mit den ursprünglich verwendeten Dachziegeln und die Montage neuer Schneestoppnasen.

Der BFH hat das der Klage stattgebende Urteil des FG aufgehoben.