Ausgabe 37/2018
Umsatzsteuer Aktuell vom 13.09.2018
BFH, Urt. v. 26.04.2018 - V R 23/16

Vorsteueraufteilung bei (Schul-)Sportanlagen bei zeitlich wechselnder Nutzung

Bei einer zeitlich abwechselnden Nutzung desselben Gebäudes zu steuerfreien oder steuerpflichtigen Zwecken führt die Aufteilung der Vorsteuerbeträge nach den Nutzungszeiten zu einer präziseren wirtschaftlichen Zurechnung nach § 15 Abs. 4 Satz 3 UStG als der (unternehmensbezogene oder objektbezogene) Umsatzschlüssel.

BFH, Urt. v. 26.04.2018 - V R 23/16

Die Klägerin ist eine in der Rechtsform einer GmbH tätige, als gemeinnützig anerkannte staatlich genehmigte Ersatzschule, die im Inland zu anerkannten Schulabschlüssen führt. Sie bezieht von den Schülern Aufnahmeentgelte und laufendes Schulgeld. Der Landkreis erteilte der Klägerin die Genehmigung zum Anbau einer Sporthalle und eines Sportplatzes. Danach ist abends eine gewerbliche und außerschulische Nutzung bis gegen 22 Uhr vorgesehen. Anfang 2008 wurden der Sportplatz und die Sporthalle erstmalig verwendet.

Das Finanzamt erkannte einen anteiligen Vorsteuerabzug ausgehend von einer außerschulischen Auslastung von 70 % abzgl. der Zeiten für schulische Sonderveranstaltungen an, woraus sich insgesamt ein abziehbarer Vorsteueranteil von 55 % in allen Streitjahren ergab. Es sei nicht die abstrakt mögliche, sondern die realistisch zu erwartende Vermietungszeit zugrunde zu legen.

Dieser Auffassung folgte der BFH.