Ausgabe 49/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 05.12.2017
FG Baden-Württemberg, Urt. v. 25.04.2017 - 5 K 763/15 , Rev. eingelegt (Az. beim BFH: IX R 20/17)

Vorweggenommene Werbungskosten trotz Nießbrauchs

Schuldzinsen für ein mit einem lebenslangen Nießbrauch belastetes Grundstück kann der Eigentümer - zumindest, wenn es einen Erwerbszusammenhang gibt - im Rahmen der Vermietungseinkünfte als Werbungskosten abziehen.

FG Baden-Württemberg, Urt. v. 25.04.2017 - 5 K 763/15 , Rev. eingelegt (Az. beim BFH: IX R 20/17)

Der Eigentümer eines vermieteten Grundstücks stritt sich mit dem Finanzamt über die AfA und Schuldzinsen als vorweggenommene Werbungskosten dem Grunde nach. Das Grundstück war mit einem lebenslangen Nießbrauch für die Mutter und für die Tante des Klägers belastet. Die AfA und die Schuldzinsen rührten aus dem Kauf des hälftigen Miteigentumsanteils von der Schwester des Klägers.

Das FG Baden-Württemberg hat der Klage teilweise stattgegeben. Die Finanzierungskosten können als vorweggenommene Werbungskosten abgezogen werden, die AfA jedoch nicht. Grundsätzlich können Werbungskosten vorab anfallen, obwohl noch keine Einnahmen erzielt werden, wenn ein objektiv ausreichend bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der Einkunftsart besteht, in deren Rahmen der Abzug begehrt wird (vgl. BFH, Beschl. v. 04.07.1990 - GrS 1/89, BStBl II 1990, 830; Urt. v. 28.10.2008 - IX R 1/07, BStBl II 2009, 848).