Ausgabe 17/2018
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 24.04.2018
LAG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 16.05.2017 - 7 Sa 38/17

Weiterleitung dienstlicher E-Mails an einen privaten E-Mail-Account

Die Weiterleitung dienstlicher E-Mails an einen privaten E-Mail-Account kann zu einer außerordentlichen Kündigung führen. Dies hat das LAG Berlin-Brandenburg im Fall eines im Homeoffice tätigen Arbeitnehmers entschieden, der allerdings mit einem Konkurrenten seines Arbeitgebers über einen Stellenwechsel verhandelte. Der Kläger machte geltend, dass er als Vertriebsmitarbeiter in der Vergangenheit bereits öfter dienstliche E-Mails an seinen privaten E-Mail-Account weitergeleitet habe, um im Homeoffice arbeiten zu können.

Das LAG Berlin-Brandenburg hatte zu entscheiden, ob eine außerordentliche Kündigung gerechtfertigt war oder ob der Kläger zunächst hätte abgemahnt werden müssen. Die Richter waren der Ansicht, dass eine schwerwiegende Verletzung der vertraglichen Rücksichtnahmepflichten vorliegt. Auch die schuldhafte Verletzung einer solchen Nebenpflicht kann einen wichtigen Grund zur fristlosen Kündigung darstellen. Betriebliche Unterlagen oder Daten darf sich der Arbeitnehmer ohne Einverständnis des Arbeitgebers nicht aneignen.