Ausgabe 29/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 17.07.2018
FG Köln, Urt. v. 25.04.2018 - 3 K 265/15

Werbefilmproduzentin keine Künstlerin

Für die Kategorisierung als künstlerische und damit freiberufliche Tätigkeit ist es erforderlich, dass eine eigene schöpferische Gestaltungstätigkeit ausgeführt wird.

FG Köln, Urt. v. 25.04.2018 - 3 K 265/15

Strittig ist die Art der Tätigkeit einer Werbefilmproduzentin. Grundsätzlich wurde diese in den Streitjahren von diversen Werbefilmproduktionsunternehmen beauftragt, für ausgeschriebene Werbefilmprojekte einen geeigneten Regisseur zu finden, der mit dem Auftraggeber ein detailliertes Konzept anfertigt. Bei Erfolg wurde sie weiterhin tätig bei der Organisation von geeignetem Personal oder Drehorten. Eine Überwachung des Budgets und Umsetzung des Konzepts gehörte ebenfalls zum Auftragsumfang. Die Zahlung des eigenen Honorars der Klägerin erfolgte nach einem Festbetrag oder der Anzahl an Drehtagen. Das Finanzamt stufte die Tätigkeit als gewerbliche und nicht freiberufliche Tätigkeit ein, was zu dem vorliegenden Rechtsstreit vor dem FG Köln führte.

Nach Ansicht des FG Köln handelte es sich bei der Tätigkeit der Werbefilmproduzentin jedoch um eine gewerbliche Tätigkeit. Weder eine mit einem beratenden Betriebswirt vergleichbare noch eine künstlerische Tätigkeit lagen nach Auffassung der Richter vor.