Ausgabe 45/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 07.11.2017
FG Münster, Urt. v. 31.05.2017 - 11 K 4108/14, Rev. eingelegt (Az. beim BFH: VI R 36/17)

Wie sieht ein steuerlich relevantes Frühstück aus?

Bei einer unentgeltlichen Bereitstellung von unbelegten Brötchen mit Heißgetränken handelt es sich nicht um eine Mahlzeit, sondern nur um einen Sachbezug „Kost“. Amtliche Sachbezugswerte müssen nicht angesetzt werden.

FG Münster, Urt. v. 31.05.2017 - 11 K 4108/14, Rev. eingelegt (Az. beim BFH: VI R 36/17)

Eine Aktiengesellschaft stellte für ihre Mitarbeiter, Kunden und Gäste den gesamten Tag diverse unbelegte Brötchen und einen Heißgetränkautomaten kostenlos zur Verfügung. Der Verzehr fand hauptsächlich am Vormittag während einer bestimmten Besprechungszeit statt. Nach einer Lohnsteueraußenprüfung befand das Finanzamt, dass das zu Verfügungstellen von Heißgetränken und Backwaren ein Frühstück sei und entsprechend nach amtlichen Sachbezügen zu versteuern ist.

Die dagegen eingelegte Klage hatte Erfolg. Das FG Münster kam zu dem Schluss, dass ein Frühstück und damit ein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug i.S.d. § 8 Abs. 2 Satz 6 EStG (Mahlzeit) in den Streitjahren 2008 bis 2011 nicht vorlag. Zwar liegt regelmäßig Arbeitslohn vor, soweit ein Arbeitgeber seine eigenen Arbeitnehmer außerhalb von herkömmlichen Betriebsveranstaltungen bewirtet (vgl. BFH, Urt. v. 04.08.1994 - VI R 61/92, BStBl II 1995, 59). Anders als bei Mahlzeiten griff hier jedoch die Freigrenze von 44 € pro Monat.