Ausgabe 9/2018
Erbschaft-/Schenkungsteuer Aktuell vom 27.02.2018
FG Münster, Urt. v. 20.11.2017 - 3 K 1879/15 Erb, Rev. eingelegt (Az. beim BFH: II R 2/18)

Wiederanlage verschonten Vermögens in KapG-Anteile

Die Voraussetzungen der Verschonungsregelungen in §§ 13a, 13b ErbStG sind auch dann erfüllt, wenn bei einer Wiederanlage begünstigten Vermögens erst durch die Teilnahme an einer - disquotalen - Kapitalerhöhung die eigene Beteiligung unter die 25 % Grenze fällt. § 13a Abs. 5 Satz 4 ErbStG enthält keine Ausschlussfrist für die eine Nachversteuerung ausschließende Reinvestition (gegen R E 13a.11 Satz 4).

FG Münster, Urt. v. 20.11.2017 - 3 K 1879/15 Erb, Rev. eingelegt (Az. beim BFH: II R 2/18)

Der Kläger bekam von seinem Bruder im Jahr 2010 einen GmbH-Anteil geschenkt. Das Finanzamt setzte die Schenkungsteuer unter Berücksichtigung des Verschonungsabschlags und Abzugsbetrags auf 0 € fest. Im Oktober 2012 veräußerte er den Anteil, um eine Kapitalerhöhung in der D-AG, an der er ebenfalls beteiligt war, zu finanzieren. Nach der ersten Kapitalerhöhung im März 2013 betrug sein Anteil ca. 46 %. An der zweiten Kapitalerhöhung im Juni 2013 nahm noch ein anderer Investor teil, so dass der Kläger am Ende mit ca. 20 % an der D-AG beteiligt war. Das Finanzamt erließ daraufhin einen geänderten Schenkungsteuerbescheid, in dem Verschonungsabschlag und Abzugsbetrag nicht berücksichtigt wurden.