Ausgabe 49/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 05.12.2017
FG Münster, Urt. v. 13.10.2017 - 4 K 1891/14 F

Zahnarzt kann Honorarzahlungen zur Erlangung eines Professorentitels nicht als Betriebsausgaben abziehen

Ein Zahnarzt, der einen Gastprofessorentitel an einer ungarischen Universität erwirbt, kann die Erwerbskosten nicht als Betriebsausgaben abziehen.

FG Münster, Urt. v. 13.10.2017 - 4 K 1891/14 F

Im Streitfall hatte ein Zahnarzt mithilfe einer Dienstleisterin im Jahr 2009 eine Stelle als Professor an einer ungarischen Universität erhalten. Er bekam daraufhin einen Professorentitel zugesprochen, den er auch in Deutschland führen durfte. An der ungarischen Universität war er sodann in geringem Umfang tätig; für seine wissenschaftliche Tätigkeit an der Universität erhielt er keine Vergütung. Die Aufwendungen zum Erwerb des Titels (über 47.600 € waren vertraglich vereinbart) wollte der Zahnarzt als Betriebsausgaben geltend machen, was das Finanzamt ablehnte.

Auch vor dem FG Münster ist der Zahnarzt gescheitert. Das Gericht hat die Aufwendungen nicht als Betriebsausgaben i.S.d. § 4 Abs. 4 EStG beurteilt. Gemeinhin wird eine hierfür notwendige betriebliche Veranlassung angenommen, wenn ein tatsächlicher oder wirtschaftlicher Zusammenhang mit einer durch den Unternehmer ausgeübten Tätigkeit besteht und diese Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird, also eine wirtschaftlich auf Vermögensmehrung gerichtete Tätigkeit darstellt (vgl. BFH, Beschl. v. 04.07.1990 - GrS 2-3/88, BStBl II 1990, 817).