Ausgabe 7/2018
Körperschaftsteuer Aktuell vom 13.02.2018
FG Münster, Urt. v. 17.11.2017 - 4 K 3523/14 F, Rev. zugelassen

Zinsschranke gilt auch für Erträge aus der erstmaligen Abzinsung

Erträge aus der erstmaligen Abzinsung von Verbindlichkeiten gehören zu den Zinserträgen, die mit Zinsaufwendungen bei der Berechnung der Zinsschrankenfreigrenze zu verrechnen sind.

FG Münster, Urt. v. 17.11.2017 - 4 K 3523/14 F, Rev. zugelassen

Die Berechnung der Zinsschranke führt seit ihrer Einführung im Jahr 2008 zu zahlreichen Fragen und Problemen. Zum Beispiel ist fraglich, ob sich Erträge aus der Abzinsung von Verbindlichkeiten gegen die Zinsaufwendungen verrechnen lassen.

Dieser Frage nahm sich jüngst das FG Münster an. Im streitigen Fall gab es in einer Unternehmensgruppe unter den Gesellschaftern verschiedene Darlehen. Für zwei dieser Darlehen entfiel die Verzinsung im Streitjahr, wodurch sich für Bilanzierungszwecke eine Abzinsungspflicht ergab. Folglich wurden die Darlehen auf der Passivseite gegen (Abzinsungs-)Ertrag reduziert. Das zuständige Finanzamt vertrat die Auffassung, dass diese Art von Erträgen bei der Ermittlung der Zinsschrankenfreigrenze in Höhe von 3 Mio. € nicht zu berücksichtigen sei und gelangte zu einer Anwendung der Zinsschranke, während die Klägerin der Ansicht war, dass die Zinsschranke unter Berücksichtigung der Abzinsungserträge aufgrund der Freigrenze nicht zum Tragen kommt.