Ausgabe 41/2014
Steuertipp vom 09.10.2014

Zweitwohnung am Beschäftigungsort als Voraussetzung für eine doppelte Haushaltsführung

Eine doppelte Haushaltsführung gem. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG liegt nur dann vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Orts beschäftigt ist, in dem er einen eigenen Hausstand sowie seinen Lebensmittelpunkt unterhält, auch am Beschäftigungsort wohnt und dies beruflich veranlasst ist. Eine doppelte Haushaltsführung liegt nicht vor, solange die auswärtige Beschäftigung nach R 9.4 Abs. 2 LStR als Auswärtstätigkeit anzuerkennen ist, d.h. solange der Beschäftigungsort keine erste Tätigkeitsstätte (bis Veranlagungszeitraum - VZ - 2013: regelmäßige Arbeitsstätte) darstellt.

Die Zweitwohnung muss sich am auswärtigen Beschäftigungsort befinden. Das schließt nicht aus, dass die Zweitwohnung auch außerhalb dieses Orts in dessen Einzugsbereich liegen kann.

Bis zum VZ 2013 gab es keine Regelung zur Entfernung der Zweitwohnung vom Beschäftigungsort. Laut Rechtsprechung ist das Einzugsgebiet der Bereich, von dem aus Pendler üblicherweise täglich zur Arbeitsstätte fahren. Ein tägliches Aufsuchen muss möglich sein (vgl. BFH, Urt. v. 19.04.2012 - VI R 59/11, BStBl II 2012, 833).