Ausgabe 20/2008
Steuertipp vom 15.05.2008

44-?-Freigrenze für Sachbezüge: Vorsicht bei Tankkarten!

Sachbezüge bis zu 44 ? monatlich sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Diese 44-?-Freigrenze für Sachbezüge wird in der Praxis sehr häufig durch die Ausgabe von "Benzingutscheinen" (= Angabe von Treibstoffart und Literzahl ohne Betragsangabe) genutzt. In letzter Zeit hat aber die Ausgabe von Tankkarten an Arbeitnehmer erheblich zugenommen, da viele Tankstellen nicht mehr bereit sind, Benzingutscheine anzunehmen und über ein Kontokorrentkonto mit dem Arbeitgeber abzurechnen.

Nach Auffassung der Finanzverwaltung haben Tankkarten regelmäßig eine Zahlfunktion und wirken daher wie eine Firmenkreditkarte. Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine solche Tankkarte zum Betanken des Privatfahrzeugs des Arbeitnehmers, hat die Zuwendung Bargeldcharakter. Der Arbeitgeber könnte dem Arbeitnehmer statt der Tankkarte auch Bargeld zum Tanken geben. Da der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer keinen Sachbezug zuwendet, ist die 44-?-Freigrenze hier nicht anwendbar. Eine andere Lösung ergibt sich nur dann, wenn Benzingutscheine über eine Kundenkarte des Arbeitgebers abgerechnet werden, die bei der Tankstelle verbleibt (Vfg. OFD Hannover v. 28.04.2008 - S 2334 - 281 - StO 212).