Ausgabe 45/2014
Steuertipp vom 06.11.2014

Abgeltungsteuer bei Darlehensvergabe durch eine beherrschende Personengesellschaft

Bei einem Darlehen einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft an eine von ihr beherrschte Kapitalgesellschaft stellt sich die Frage, ob die Zinserträge der tariflichen Einkommensteuer gem. § 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b EStG unterliegen, auch wenn die Gesellschafter der Personengesellschaft zu weniger als 10 % an der Kapitalgesellschaft beteiligt sind.

Eine GbR hält unmittelbar 54 % der Anteile an einer AG. Die GbR hat mit der AG einen Darlehensvertrag abgeschlossen und bezieht hieraus Einkünfte nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Bezogen auf die AG hält keiner der Gesellschafter der GbR einen (mittelbaren) Anteil von mindestens 10 %.

Die Einkünfte nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG unterliegen nicht der tariflichen Einkommensteuer nach § 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b EStG. Für sie kommt der gesonderte Steuertarif nach § 32d Abs. 1 EStG zur Anwendung. Im Hinblick auf den eindeutigen Wortlaut des § 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b Satz 1 EStG, der eine Mindestbeteiligung von 10 % vorsieht, kommt auch unter Berücksichtigung einer mittelbaren Beteiligung (vgl. BMF-Schreiben v. 09.10.2012 - IV C 1 - S 2252/10/10013, BStBl I 2012, 953, Rz. 137) eine Anwendung dieser gesetzlichen Regelung nicht in Betracht.