Ausgabe 10/2006
Steuertipp vom 09.03.2006

Änderung der Verwendung von Darlehensmitteln

Schuldzinsen können nur dann als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuermindernd berücksichtigt werden, wenn das Darlehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Finanzierung der entsprechenden Einkunftsquelle (z.B. des vermieteten Grundstücks) steht. Fraglich ist, ob ein Werbungskosten- oder Betriebsausgabenabzug auch dann noch in Betracht kommen kann, wenn das Darlehen umgewidmet wird (z.B. das Grundstück wird veräußert und mit dem Veräußerungserlös wird ein Gewerbebetrieb erworben).

Der BFH hat entschieden, dass für die Anerkennung von Schuldzinsen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben nicht zwingend die erstmalige Verwendung des Darlehens entscheidend ist; vielmehr kann dieser Zusammenhang zu einer bestimmten Einkunftsart oder der privaten Vermögenssphäre gelöst werden und das Darlehen der Erzielung neuer und/oder anderer Einkünfte bzw. Einkunftsarten zugeordnet werden.