Ausgabe 12/2011
Steuertipp vom 24.03.2011

Anschaffungskosten beim Tausch von Grundstücksflächen

Nach dem BFH-Urteil vom 13.03.1986 (BStBl II 1986, 711) sind im Umlegungsverfahren, das ein gesetzlich geregeltes Grundstückstauschverfahren darstellt, die eingebrachten Grundstücke und die daraus im Zuteilungsweg erlangten Grundstücke, soweit insgesamt wertgleich, als wirtschaftlich identisch zu werten. Denn die Umlegung ist laut BFH ihrem Wesen nach eine ungebrochene Fortsetzung des Eigentums an einem verwandelten Grundstück und die zugeteilten Grundstücke sind Surrogat der eingebrachten Grundstücke.

Diese Betrachtung hat folgende ertragsteuerliche Auswirkungen:

  • Eine Gewinnrealisierung nach Tauschgrundsätzen tritt nicht ein. Das erlangte Grundstück wird mit dem Buchwert des eingebrachten Grundstücks weitergeführt, auch wenn die Grundstücke z.B. nicht flächengleich sind.
  • Die etwaige Betriebsvermögenseigenschaft des eingebrachten Grundstücks setzt sich an dem oder den erlangten Grundstücken unverändert fort. Dies gilt sowohl bei buchführenden als auch bei nichtbuchführenden Betrieben. Das empfangene Grundstück bleibt somit so lange im Betriebsvermögen, bis es durch eine eindeutige Entnahmehandlung oder durch Veräußerung ausscheidet. Erst dann tritt Gewinnrealisierung ein.
  • Die Verbleibensfrist von sechs Jahren nach § 6b Abs. 4 Nr. 2 EStG wird durch das Umlegungsverfahren nicht unterbrochen.