Ausgabe 40/2006
Steuertipp vom 05.10.2006

Arbeitslohn bei Betriebsveranstaltungen

Übliche Zuwendungen eines Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer im Rahmen einer Betriebsveranstaltung gehören nicht zum lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn die Aufwendungen je Arbeitnehmer die Freigrenze von 110 ? nicht übersteigen. Wird dieser Betrag überschritten, gehören die kompletten Aufwendungen zum lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn.

Der BFH hatte sich in gleich in zwei Urteilen mit dieser Problematik zu befassen:

Im ersten Streitfall hatte der Arbeitgeber für seine Beschäftigten einmal jährlich ein Ski-Wochenende in Österreich veranstaltet. Die Arbeitnehmer mussten die Kosten für zwei Abendessen und den Skipass tragen. Die übrigen Aufwendungen für die Ski-Wochenenden, die pro Arbeitnehmer jeweils 110 ? überstiegen, zahlte der Arbeitgeber. Er führte für die Zuwendungen anlässlich der Ski-Wochenendenpauschale Lohnsteuer ab. Ungeachtet dessen war er allerdings der Auffassung, dass die entsprechenden Aufwendungen nicht als Arbeitslohn zu besteuern seien.

Dieser Ansicht folgte der BFH nicht. Er bestätigte vielmehr seine bisherige Rechtsprechung, nach der Aufwendungen des Arbeitgebers anlässlich von Betriebsveranstaltungen beim Überschreiten der Freigrenze ein derartiges Eigengewicht erlangen, dass sie in voller Höhe als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu werten sind.