Ausgabe 40/2009
Steuertipp vom 01.10.2009

Arbeitslohn bei Erstattung von Fortbildungskosten und Rechnungsadressierung an den Arbeitnehmer

Ersetzt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer Aufwendungen, so stellt sich stets die Frage, ob der Kostenersatz zu lohnsteuerpflichtigem Arbeitslohn führt.

Seit dem 01.01.2008 geht die Finanzverwaltung von steuerpflichtigem Arbeitslohn aus, wenn berufliche Fort- und Weiterbildungsleistungen für Rechnung des Arbeitnehmers erbracht und durch den Arbeitgeber ganz oder teilweise beglichen bzw. dem Arbeitnehmer ersetzt werden.

Nunmehr hat die Finanzverwaltung ihre Auffassung erneut geändert. Ein nicht zu Arbeitslohn führendes ganz überwiegendes eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers kann auch dann vorliegen, wenn der Arbeitnehmer bezüglich der Bildungsmaßnahme Rechnungsempfänger ist. Allerdings ist Voraussetzung, dass der Arbeitgeber die Übernahme bzw. den Ersatz allgemein oder für die in Frage stehende Bildungsmaßnahme zugesagt und der Arbeitnehmer im Vertrauen auf diese zuvor erteilte Zusage den Vertrag über die Bildungsmaßnahme abgeschlossen hat. Durch die neue Sichtweise werden auch die in der Praxis aufgetretenen Schwierigkeiten in den Fällen beseitigt, in denen eine Anmeldung zu der Bildungsmaßnahme durch den teilnehmenden Arbeitnehmer vorgeschrieben ist, was insbesondere bei Fortbildungsmaßnahmen im medizinischen Bereich der Fall sein kann.