Ausgabe 36/2011
Steuertipp vom 08.09.2011

Auswärtstätigkeit oder regelmäßige Arbeitsstätte bei Bildungsmaßnahme

Die Frage, ob die Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme als Auswärtstätigkeit oder als Tätigkeit an einer regelmäßigen Arbeitsstätte zu beurteilen ist, führt trotz der Regelung in R 9.2 Abs. 2 und 3 LStR 2011 vielfach zu Abgrenzungsschwierigkeiten.

Nach R 9.2 Abs. 2 und 3 LStR 2011 stellt die Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme eine Auswärtstätigkeit dar, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen seines Ausbildungsdienstverhältnisses oder als Ausfluss seines Dienstverhältnisses zu Fortbildungszwecken eine außerhalb der regelmäßigen Arbeitsstätte im Betrieb des Arbeitgebers gelegene Aus- oder Fortbildungsstätte aufsucht. Die Bildungseinrichtung wird auch bei einem ungekündigten, aber ruhenden Dienstverhältnis für freigestellte oder beurlaubte Arbeitnehmer nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte. Entscheidend ist, dass ein inhaltlicher Bezug zwischen der Bildungsmaßnahme und dem konkreten Dienstverhältnis besteht. Für eine Auswärtstätigkeit spricht neben der Art der Fortbildung auch die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nach Beendigung der Bildungsmaßnahme.