Ausgabe 10/2017
Steuertipp vom 07.03.2017

Auswirkungen des Teileinkünfteverfahrens auf das Verlustausgleichsvolumen

Der einem Kommanditisten zuzurechnende Anteil am Verlust der KG, der zu einem negativen Kapitalkonto führt oder ein solches erhöht, ist nach § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG nicht ausgleichs- bzw. abzugsfähig; d.h., er darf weder mit anderen Einkünften aus Gewerbebetrieb noch mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden. Dieser Verlust ist nach § 15a Abs. 2 EStG nur mit künftigen Gewinnen aus der Beteiligung an der KG verrechenbar (sog. verrechenbarer Verlust).

Kapitalkonto i.S.d. § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG ist das Kapitalkonto aus der Steuerbilanz der Gesamthand unter Berücksichtigung etwaiger (positiver oder negativer) Ergänzungsbilanzen (BMF-Schreiben v. 30.05.1997, BStBl I 1997, 627). Wegen der (steuer-)bilanzbezogenen Betrachtung wirken sich auf die Höhe des Kapitalkontos alle Vorgänge aus, die auch den Gewinn der Steuerbilanz i.S.d. Gewinndefinition des § 4 Abs. 1 EStG beeinflussen, d.h. betriebliche Vermögensmehrungen und -minderungen sowie Einlagen und Entnahmen.

Positive steuerfreie Teileinkünfte nach § 3 Nr. 40 EStG erhöhen bei Anwendung des § 15a EStG das Kapitalkonto des Kommanditisten und damit das Verlustausgleichsvolumen i.S.d. § 15a EStG.

Beispiel:

Kapitalkontenentwicklung:

01.01.01:

20.000 ?

Verlust 01 (60.000 ? + 50.000 ?):

10.000 ?

31.12.01:

30.000 ?