Ausgabe 2/2016
Steuertipp vom 12.01.2016

Behinderungsbedingte Umbaukosten als außergewöhnliche Belastung

Behinderungsbedingte Umbaukosten sind grundsätzlich als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG berücksichtigungsfähig. Nach R 33.4 Abs. 5 EStR stellen Um- oder Neubaukosten eines Hauses oder einer Wohnung im Jahr des Abflusses eine außergewöhnliche Belastung dar, soweit die Baumaßnahme durch die Behinderung bedingt ist. Eine Verteilung auf mehrere Jahre ist nach Auffassung der Verwaltung nicht zulässig. Für den Nachweis der Zwangsläufigkeit der Aufwendungen ist die Vorlage folgender Unterlagen ausreichend:

  • der Bescheid eines gesetzlichen Trägers der Sozialversicherung oder der Sozialleistungen über die Bewilligung eines pflege- bzw. behinderungsbedingten Zuschusses (z.B. zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds nach § 40 Abs. 4 SGB XI) oder
  • das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK), des Sozialmedizinischen Dienstes (SMD) oder der Medicproof Gesellschaft für Medizinische Gutachten mbH.

Umstritten ist die Frage, ob aus Billigkeitsgründen nach § 163 AO eine Verteilung der Aufwendungen auf mehrere Jahre erfolgen kann, wenn sich im Jahr der Zahlung die Aufwendungen wegen eines zu geringen Einkommens nicht in voller Höhe auswirken.