Ausgabe 16/2018
Steuertipp vom 17.04.2018

Bei Leistungen aus berufsständischen Versorgungswerken Öffnungsklausel beachten!

Durch die Öffnungsklausel in § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb Satz 2 EStG werden auf Antrag Bezugsberechtigten Teile der Leibrenten oder anderer Leistungen, die anderenfalls der nachgelagerten Besteuerung nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG (Besteuerungsanteil) unterliegen würden, nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG mit dem Ertragsanteil besteuert (BMF-Schreiben v. 19.08.2013 - IV C 3 - S 2221/12/10010:004, IV C 5 - S 2345/08/0001, BStBl I 2013, 1087, Rdnr. 238).

Die Öffnungsklausel soll dazu dienen, eine Zweifachbesteuerung zu verhindern. Hintergrund ist, den Fällen Rechnung zu tragen, in denen sich der Sonderausgabenabzug bis zum Kalenderjahr 2004 hinsichtlich der Vorsorgeaufwendungen möglicherweise nicht ausreichend ausgewirkt hat. Dies betrifft vielfach die selbständig Tätigen, die in eine berufsständische Versorgungseinrichtung eingezahlt haben.