Ausgabe 34/2011
Steuertipp vom 25.08.2011

Bei vGA auch schenkungsteuerliche Folgen beachten!

Nach R 18 Abs. 7 ErbStR a.F. war von der Finanzverwaltung anerkannt, dass Leistungen der Gesellschaft an ihre Gesellschafter, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst sind, entweder als Rückzahlung des gezeichneten Kapitals oder als - unter Umständen verdeckte - Gewinnausschüttung zu qualifizieren sind. In beiden Fällen lag nach der Finanzverwaltung eine schenkungsteuerrelevante Zuwendung im Verhältnis zwischen Gesellschaft und Gesellschafter nicht vor.

Im neuen H 18 Tz. 6.2 ErbStH wird nun überraschend eine andere Auffassung vertreten. Dort heißt es: "Zahlt eine Kapitalgesellschaft einem Gesellschafter überhöhte Vergütungen, führt das über die gesellschaftsrechtliche Beteiligungsquote hinaus Verteilte zu einer Bereicherung des Gesellschafters auf Kosten der Gesellschaft. Es liegt eine gemischte freigebige Zuwendung im Verhältnis der Kapitalgesellschaft zum Gesellschafter vor. Die Auszahlung erfolgt nicht in Erfüllung eines Gesellschaftszwecks. Entsprechendes gilt z.B., wenn eine Kapitalgesellschaft auf eine Forderung gegenüber einem Gesellschafter verzichtet."