Ausgabe 15/2019
Steuertipp vom 09.04.2019

Berücksichtigung einer Instandhaltungsrücklage bei der Ermittlung der Gegenleistung

Mit drei gleichlautenden Urteilen vom 02.03.2016 - II R 27/14 (BStBl II 2016, 619), II R 6/15 (BFH/NV 2016, 1069) und II R 29/15 (BFH/NV 2016, 1071) hat der BFH entschieden, dass bei der Zwangsversteigerung das Meistgebot als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer nicht um die anteilige Instandhaltungsrückstellung zu mindern ist.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die vorgenannten Urteile in Fällen, in denen Wohnungseigentum nicht im Zwangsversteigerungsverfahren, sondern rechtsgeschäftlich erworben wird, analog anzuwenden sind, und wie die Instandhaltungsrücklage in solchen Fällen grunderwerbsteuerlich zu behandeln ist. Die Verwaltung vertritt die Auffassung, dass beim Erwerb einer Eigentumswohnung durch Rechtsgeschäft der vereinbarte Kaufpreis als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer - wie bisher - um die anteilige Instandhaltungsrückstellung zu mindern ist.