Ausgabe 43/2016
Steuertipp vom 25.10.2016

Berücksichtigung von Verlusten bei nebenberuflicher Tätigkeit

Nach derzeitiger Verwaltungsauffassung dürfen in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang mit der nebenberuflichen Tätigkeit stehende Ausgaben nur dann als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgezogen werden, wenn die Einnahmen aus der Tätigkeit und auch gleichzeitig die jeweiligen Ausgaben den Freibetrag von 2.400 ? übersteigen (R 3.26 Abs. 9 LStR 2015).

Mit Urteil vom 16.06.2015 - 3 K 368/14 hat das FG Mecklenburg-Vorpommern entschieden, dass entgegen der Aussage in R 3.26 Abs. 9 LStR 2015 die die Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26 EStG übersteigenden Aufwendungen aus einer Übungsleitertätigkeit als Verlust aus selbständiger Tätigkeit zu berücksichtigen sind, wenn sowohl Einnahmen als auch Ausgaben unter dem Freibetrag liegen. Die vom Finanzamt eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde wird beim BFH unter dem Aktenzeichen VIII B 73/15 geführt.

In einem weiteren Urteil vom 30.09.2015 - 3 K 480/14 hat das FG Thüringen entschieden, dass Betriebsausgaben bei ehrenamtlich tätigen Übungsleitern auch dann geltend gemacht werden können und zu einem Verlust führen, wenn die erzielten Einnahmen den nach § 3 Nr. 26 EStG steuerfreien Betrag nicht übersteigen. Das Revisionsverfahren wird beim BFH unter dem Aktenzeichen III R 23/15 geführt.

Gleichgelagerte Einspruchsverfahren, die sich auf diese Revisionsverfahren stützen, ruhen gem. § 363 Abs. 2 Satz 2 AO.