Ausgabe 42/2007
Steuertipp vom 18.10.2007

Besteuerung von Optionsgeschäften

Der BFH hat sich in zwei Urteilen mit der Besteuerung von Optionsgeschäften befasst. Die Einräumung einer Option auf den Kauf oder Verkauf von Gütern (z.B. Wertpapiere, Devisen oder Rohstoffe) zu einem bestimmten Preis ist dann kein Termingeschäft, das zu steuerpflichtigen Einkünften führt, wenn der Zeitraum zwischen Erwerb und Beendigung des Rechts auf einen Differenzausgleich mehr als ein Jahr beträgt. Die aus dem Optionsgeschäft erzielten Einnahmen sind daher stets steuerpflichtige Einkünfte aus sonstigen Leistungen.

In einem vor dem BFH entschiedenen Streitfall räumte die Klägerin einer Bank u.a. Verkaufsoptionen auf japanische Yen zu einem bestimmten Euro-Kurs ein und erhielt hierfür als Stillhalterin eine Optionsprämie von 91.094,89 ?. Das Geschäft wurde glattgestellt, indem die GbR von der Bank eine Verkaufsoption zu denselben Bedingungen wie aus dem Optionsgeschäft erwarb und dafür eine Optionsprämie von 85.839,42 ? zahlte. Das Finanzamt erfasste die erhaltenen Optionsprämien als Einnahmen und die im Gegengeschäft gezahlten Prämien als Werbungskosten bei den Einkünften aus sonstigen Leistungen. Der BFH bestätigte diese Vorgehensweise.