Ausgabe 23/2018
Steuertipp vom 05.06.2018

Betrieblicher Schuldzinsenabzug bei Mitunternehmerschaften

Die Regelung des § 4 Abs. 4a EStG ist eine betriebsbezogene Gewinnhinzurechnung, die den Abzug von Schuldzinsen einschränkt, wenn Überentnahmen getätigt wurden. Von der Hinzurechnung ausgenommen sind Schuldzinsen, die auf Darlehen zur Finanzierung von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens entfallen (§ 4 Abs. 4a Satz 5 EStG).

Die Vorschrift gilt auch für Personengesellschaften. Mit Urteil vom 29.03.2007 (BStBl II 2008, 420) hat der BFH entschieden, dass der Hinzurechnungsbetrag nach § 4 Abs. 4a EStG gesellschafterbezogen zu ermitteln ist. Die Berechnung der Über- und Unterentnahmen erfolgt gemäß o.g. BFH-Urteil auf Ebene des einzelnen Gesellschafters.

Der so ermittelte Hinzurechnungsbetrag darf die Summe der schädlichen Schuldzinsen (d.h. sämtliche Schuldzinsen ohne solche für Investitionsdarlehen) abzgl. eines Sockelbetrags von 2.050 ? nicht übersteigen (§ 4 Abs. 4a Satz 4 EStG), so dass eine Höchstbetragsberechnung erforderlich wird.

Auch der Höchstbetrag der Gewinnhinzurechnung ist für jeden Gesellschafter einzeln zu ermitteln. Dabei ist jedem Gesellschafter sein Anteil der schädlichen Schuldzinsen aus der Gesamthandsbilanz zzgl. solcher aus Sonder- und Ergänzungsbilanzen zuzurechnen. Zinsen für Gesellschafterdarlehen werden nicht einbezogen.