Ausgabe 13/2015
Steuertipp vom 26.03.2015

Der lohnenswerte Antrag auf Teileinkünfteverfahren

Wer Aktien oder GmbH-Anteile erwirbt, erzielt Einkünfte aus Kapitalvermögen gem. § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG, die grundsätzlich dem Abgeltungsteuertarif i.H.v. 25 % unterliegen. Tatsächlich entstandene Werbungskosten sind nicht zu berücksichtigen, sondern durch den Abzug des Sparer-Pauschbetrags gem. § 20 Abs. 9 EStG abgegolten.

Unter bestimmten Voraussetzungen steht dem Steuerpflichtigen jedoch ein Wahlrecht zu: Sofern er Kapitalerträge i.S.d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 EStG erzielt und zu mindestens 25 % an der Kapitalgesellschaft beteiligt ist oder zu mindestens 1 % daran beteiligt und beruflich für diese tätig ist, kann er beantragen, dass die Kapitalerträge dem tariflichen Einkommensteuersatz unterworfen werden (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 EStG). Der Antrag ist spätestens mit der Einkommensteuererklärung des Jahres zu stellen, für den der Antrag erstmalig gelten soll (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 4 EStG), z.B. in der Anlage KAP, Zeile 27, mit Erläuterungen in der Zeile 28.

Stellt der Steuerpflichtige diesen Antrag, so sind die tatsächlich entstandenen Werbungskosten abzugsfähig. Bei den Kapitalerträgen findet das Teileinkünfteverfahren nach § 3 Nr. 40 Buchst. d EStG Anwendung (60 % der Einnahmen sind steuerpflichtig), bei den Werbungskosten ist das Teilabzugsverbot nach § 3c Abs. 2 EStG anzuwenden (60 % der Werbungskosten sind abzugsfähig).