Ausgabe 29/2013
Steuertipp vom 18.07.2013

Doppelstöckige Personengesellschaft: Veräußerung des Mitunternehmeranteils der Ober- an der Unterpersonengesellschaft

Die Veräußerung des Mitunternehmeranteils der Oberpersonengesellschaft an der Unterpersonengesellschaft wird von § 16 Abs. 1 Nr. 2 EStG erfasst und in die gesonderte und einheitliche Feststellung des Gewinns der Unterpersonengesellschaft einbezogen. Der auf diese Weise festgestellte Gewinn wird den Obergesellschaftern im Rahmen der Gewinnfeststellung für die Oberpersonengesellschaft zugerechnet (BFH, Urt. v. 26.01.1995 - IV R 23/93, BStBl II 1995, 467; v. 25.02.2010 - IV R 49/08, BStBl II 2010, 726).

Der Gewinn ist begünstigt nach § 16 Abs. 4 und § 34 Abs. 3 EStG, soweit die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind und der ganze Mitunternehmeranteil veräußert wurde (OFD Koblenz, Vfg. v. 28.02.2007 - S 2243 A - St 31 3). Dies gilt unabhängig davon, dass die Oberpersonengesellschaft als Gesellschafterin der Unterpersonengesellschaft kein Lebensalter hat und nicht berufsunfähig sein kann.

Der Veräußerungsgewinn i.S.d. § 16 Abs. 2 EStG entspricht dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Veräußerungspreis und dem spiegelbildlich ermittelten Buchwert des Bilanzpostens "Beteiligung an der Unterpersonengesellschaft" in der Steuerbilanz der Oberpersonengesellschaft. Unmaßgeblich ist dagegen der Buchwert laut Handelsbilanz.