Ausgabe 15/2017
Steuertipp vom 11.04.2017

Doppelte Haushaltsführung bei ledigen Steuerpflichtigen

Eine doppelte Haushaltsführung setzt bei ledigen Steuerpflichtigen voraus, dass sie einen eigenen Hausstand (Haupthausstand) am Mittelpunkt der Lebensinteressen unterhalten und regelmäßig dorthin zurückkehren.

Ein eigener Hausstand kann auch dann vorliegen, wenn die Wohnung zwar allein vom Lebensgefährten/-in des Steuerpflichtigen angemietet wurde, diese sich aber dauerhaft dort aufhält und sich finanziell in einem Umfang an der Haushaltsführung beteiligt, dass daraus auf eine gemeinsame Haushaltsführung geschlossen werden kann (vgl. BFH, Urt. v. 12.09.2000, BStBl II 2001, 29). Die Beweislast für den dauerhaften Aufenthalt und die finanziell maßgebliche Beteiligung am Haushalt obliegt dem Steuerpflichtigen.

Das Vorliegen eines eigenen Hausstands setzt ab dem VZ 2014 nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 2 und 3 EStG n.F. neben dem Innehaben einer Wohnung aus eigenem oder abgeleitetem Recht die finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung voraus. Wie bisher ist eine persönliche Mitwirkung an dem Haupthausstand erforderlich (?eigenen Hausstand unterhalten?).