Ausgabe 9/2020
Steuertipp vom 27.02.2020

Eigenbetrieblich genutzte Grundstücke von untergeordnetem Wert

Die Vorschrift des § 8 EStDV regelt, dass eigenbetrieblich genutzte Grundstücksteile (z.B. ein häusliches Arbeitszimmer bei Freiberuflern oder Gewerbetreibenden) nicht als Betriebsvermögen behandelt werden müssen, wenn ihr Wert nicht mehr als ein Fünftel des gemeinen Werts des gesamten Grundstücks und nicht mehr als 20.500 ? beträgt (Wahlrecht). Dabei ist auf den Wert des Gebäudeteils zzgl. des dazugehörenden Grund und Bodens abzustellen. Bei Miteigentümern ist nur auf den Anteil des Betriebsinhabers abzustellen. Ein Grundstücksteil i.S.d. § 8 EStDV ist Privatvermögen. Die darauf entfallenden anteiligen Grundstücksaufwendungen sind gleichwohl Betriebsausgaben (R 4.7 Abs. 2 EStR).

Die Wertgrenze ist laufend (zu jedem Bilanzstichtag) zu prüfen. In Zeiten von rasch steigenden Grundstückpreisen wird dabei die Anwendung des § 8 EStDV immer unwahrscheinlicher, weil die absolute Grenze von 20.500 ? immer öfter überschritten sein dürfte.

Wurde der Grundstücksteil zutreffend nicht als Betriebsvermögen ausgewiesen, ist ein diesbezüglicher Betriebsaufgabe- oder Veräußerungsgewinn nicht steuerpflichtig. Die stillen Reserven werden im Betriebsvermögen insoweit nicht erfasst.