Ausgabe 3/2009
Steuertipp vom 15.01.2009

Einbringung einer freiberuflichen Praxis mit Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG

Für die Einbringung einer freiberuflichen Praxis mit Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG gelten die Grundsätze des § 24 UmwStG. Die Finanzverwaltung verlangt in diesen Fällen einen Übergang zur Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG unabhängig davon, ob die Einbringung zu Buch-, Zwischen- oder Teilwerten erfolgt.

Ein bislang wenig beachtetes BFH-Urteil eröffnet hierbei Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der vor der Einbringung entstandenen Forderungen und Verbindlichkeiten. Nach dem BFH-Urteil vom 14.11.2007 (XI R 32/06, NV) sind bei Einbringung einer Einzelpraxis nach § 24 UmwStG zurückbehaltene Forderungen und Verbindlichkeiten nicht zwingend als Betriebsvermögen der eingebrachten Praxis in die Einbringungsbilanz und damit auch in die Ermittlung des Übergangsgewinns bzw. Einbringungsgewinns einzubeziehen. Erfolgt keine ausdrückliche Entnahme der zurückbehaltenen Forderungen und Verbindlichkeiten, tritt erst bei Zu- bzw. Abfluss eine Gewinnrealisierung ein. Die vereinnahmten bzw. verausgabten Beträge sind insoweit als nachträgliche freiberufliche Einkünfte nach § 24 Nr. 2 EStG beim Einbringenden zu erfassen.