Ausgabe 31/2010
Steuertipp vom 05.08.2010

Einkünfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen

Das BMF-Schreiben vom 08.10.2004 (BStBl I 2004, 933) nimmt in den Rdnr. 16 ff. zur Einkünfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen Stellung.

Bei Anwendung dieser Regelungen ist zu beachten, dass sich die Rechtsprechung inzwischen fortentwickelt hat. Daraus ergibt sich ggf. die Notwendigkeit einer besonderen Beweisvorsorge für den Vermieter, da die Feststellungslast für die ortsüblichen Vermietungszeiten dem Steuerpflichtigen in gleicher Weise obliegt wie für die Voraussetzung der Typisierung der Einkünfteerzielungsabsicht.

Nach der früheren Auffassung war die Einkünfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen zu unterstellen, die das ganze Jahr zur Vermietung bereitgehalten wurden (Rdnr. 16 des o.a. BMF-Schreibens). In seinem Urteil vom 26.10.2004 (BStBl II 2005, 388) sieht der BFH eine Überprüfung der Einkünfteerzielungsabsicht mittels einer Überschussprognose jedoch als notwendig an, wenn die Ferienwohnung zu weniger als 75 % der am Ort üblichen Tage vermietet wird. Ist die Prognose negativ, sind die Einkünfte im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung in voller Höhe nicht zu berücksichtigen. Die Rdnr. 16 ist durch die Rechtsprechung insoweit überholt.