Ausgabe 23/2013
Steuertipp vom 06.06.2013

Entfernungspauschale bei behinderten Arbeitnehmern

Behinderte Arbeitnehmer, deren Grad der Behinderung mindestens 70 oder weniger als 70, aber mindestens 50 beträgt, und die in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt sind (Merkzeichen "G"), können nach § 9 Abs. 2 Satz 3 EStG für die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte anstelle der Entfernungspauschale die tatsächlichen Aufwendungen ansetzen (z.B. bei Benutzung eines Pkw 0,30 ? je gefahrenen Kilometer).

Tritt der für einen Ansatz der tatsächlichen Kosten erforderliche Grad der Behinderung erst im Laufe des Jahres ein, besteht für den Zeitraum ab Eintritt der Behinderung die Wahlmöglichkeit, anstelle der Entfernungspauschale die tatsächlichen Kosten anzusetzen. Für den Zeitraum bis zum Eintritt der Behinderung bleibt es hingegen beim Ansatz der Entfernungspauschale.

Darüber hinaus besteht bei einem Arbeitnehmer mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70 oder mindestens 50 und Merkzeichen "G" im vorstehend beschriebenen Umfang weiterhin die Möglichkeit, das Wahlrecht taggenau hinsichtlich des Ansatzes der tatsächlichen Kosten oder der Entfernungspauschale auszuüben, z.B. bei Benutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel. Insoweit gilt die vor der Änderung des § 9 Abs. 2 Satz 2 EStG vom BFH für alle Arbeitnehmer zugelassene Meistbegünstigung weiter.