Ausgabe 42/2005
Steuertipp vom 20.10.2005

Entfernungspauschale oder Kosten für öffentliche Verkehrsmittel?

Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte können Arbeitnehmer für jeden Arbeitstag je Entfernungskilometer eine Entfernungspauschale von 0,30 ? abziehen, höchstens jedoch 4.500 ? im Jahr. Benutzt der Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel, können die tatsächlich angefallenen Kosten abgezogen werden, sofern diese höher sind als der aus der Anwendung der Entfernungspauschale resultierende Betrag. Die Verwaltung wollte bei dieser Vergleichsrechnung auf die Jahresbeträge abstellen. Dem ist der BFH entgegengetreten. Nach seiner Auffassung hat eine tagesbezogene Berechnung zu erfolgen. Ein Arbeitnehmer kann somit für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte die höheren Aufwendungen für die an einzelnen Tagen benutzten öffentlichen Verkehrsmittel auch dann in voller Höhe als Werbungskosten abziehen, wenn er für die übrigen Arbeitstage die Entfernungspauschale geltend macht.

Beispiel: Arbeitnehmer A fährt von Januar bis Ende Juni mit dem Pkw an 110 Tagen zur Arbeit. Die Entfernung zur Arbeitsstätte beträgt 20 km. Nachdem er zum 01. Juli umgezogen ist, benutzt er die restlichen 115 Tage öffentliche Verkehrsmittel (Entfernung 10 km). Er bezahlt hierfür insgesamt 420 ?.

A kann als Werbungskosten folgenden Betrag abziehen:

Januar bis Juni: