Ausgabe 23/2012
Steuertipp vom 07.06.2012

Entnahme von einbringungsgeborenen Anteilen i.S.d. § 21 UmwStG a.F.

Wurde ein Betrieb, Teilbetrieb oder Mitunternehmeranteil in eine Kapitalgesellschaft gegen Gewährung neuer Anteile eingebracht, konnte dies nach § 20 UmwStG a.F. zum Buchwert, Teilwert oder Zwischenwert erfolgen. Bei einer Einbringung zum Buchwert oder Zwischenwert waren die neuen (sog. einbringungsgeborenen) Anteile gem. § 21 UmwStG a.F. zeitlich unbegrenzt steuerverstrickt, d.h., der Gewinn aus der Veräußerung (Veräußerungspreis abzüglich Anschaffungskosten = Wertansatz bei der Einbringung) war steuerpflichtig. Für diese einbringungsgeborenen Anteile gelten grundsätzlich § 21 UmwStG a.F. sowie das BMF-Schreiben vom 25.03.1998 - IV B 7 - S 1978 - 21/98, IV B 2 - S 1909 - 33/98 (BStBl I 1998, 268) trotz der Neuregelung durch das SEStEG weiter (BMF-Schreiben v. 11.11.2011 - IV C 2 - S 1978 b/08/10001, Rz. 00.01, BStBl I 2011, 1314).

Die einbringungsgeborenen Anteile können sich in einem Betriebsvermögen befinden, z.B. nachdem ein Teilbetrieb eingebracht wurde.

Nach bisheriger Verwaltungsauffassung war auch die Entnahme einbringungsgeborener Anteile nach den allgemein für Entnahmen geltenden Regeln (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG) zu versteuern. Bei einer späteren Veräußerung (dann aus dem Privatvermögen) sollte an die Stelle der Anschaffungskosten der Entnahmewert treten.