Ausgabe 39/2012
Steuertipp vom 27.09.2012

Erd- und Pflanzarbeiten im Garten als Handwerkerleistung nach § 35a EStG

Der BFH hat mit Urteil vom 13.07.2011 - VI R 61/10, BStBl II 2012, 232 entschieden, dass die von einem Handwerksbetrieb ausgeführten Erd- und Pflanzarbeiten im Garten eines selbstbewohnten Hauses Handwerkerleistungen i.S.d. § 35a Abs. 3 EStG sein können. Dies gelte unabhängig davon, ob ein Garten neu angelegt oder ein naturbelassener Garten umgestaltet werde.

Das Urteil ist mittlerweile im Bundessteuerblatt veröffentlicht worden und damit in vergleichbaren Fällen uneingeschränkt anwendbar. Der BFH nimmt in seiner Entscheidung auch eine Abgrenzung zu Neubaumaßnahmen vor. Ob es sich bei den Aufwendungen ertragsteuerrechtlich um Erhaltungs- oder Herstellungsaufwand handelt, sei nicht entscheidend. Der BFH bestimmt vielmehr die sachliche Begrenzung der begünstigten Maßnahme aus dem Tatbestandsmerkmal "im Haushalt". Er sieht Maßnahmen schon dann als begünstigungsfähig an, wenn sie im räumlichen Bereich eines vorhandenen Haushalts erbracht werden. Danach könnten Handwerkerleistungen, die erst die Errichtung eines Haushalts (Neubau) bewirken, zwar nicht begünstigt werden (z.B. Neuanlage eines Gartens mit der Errichtung eines Einfamilienhauses). Ist der Neubau jedoch bezogen, folglich bereits ein Haushalt begründet, ist die erstmalige Anlage des Gartens nach § 35a Abs. 3 EStG begünstigt.