Ausgabe 47/2021
Steuertipp vom 24.11.2021

Erdienbarkeit von Pensionszusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer

Bei der Prüfung der steuerlichen Anerkennung von Pensionszusagen spielt die Frage der Erdienbarkeit eine besondere Rolle. Die Pensionszusage ist einem Entgelt für eine längerfristige Arbeitsleistung gleichzustellen. Ob die Voraussetzungen für die Erdienbarkeit gegeben sind, hängt von bestimmten Altersgrenzen und von der Einhaltung des Erdienungszeitraums ab.

Dieses Kriterium ist bei einer erstmaligen Zusage oder einer wesentlichen Erhöhung der Zusage zu prüfen.

Übersicht zur Erdienbarkeit:

  • Beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer

    Altersgrenze: 60 Jahre (BFH v. 21.12.1994, BStBl II 1995, 419)

    Erdienungszeitraum: Mindestens zehn Jahre (BFH v. 21.12.1994, BStBl II 1995, 419)

  • Nicht beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer

    Altersgrenze: 60 Jahre (BFH v. 21.12.1994, BStBl II 1995, 419)

    Erdienungszeitraum: Mindestens zehn Jahre oder mindestens drei Jahre und Mindestbetriebszugehörigkeit von zwölf Jahren (BFH v. 15.03.2000, BStBl II 2000, 504)

Der Erdienungszeitraum ist auch in Fällen der nachträglichen Erhöhung einer bereits erteilten Zusage zu beachten. Im Einzelfall kann eine Erhöhung auch in den Fällen angenommen werden, bei denen die Höhe der Pensionszusage von dem Gehalt des Geschäftsführers abhängig ist und sich die Pensionszusage mittelbar infolge einer Gehaltsaufstockung erhöht (vgl. BFH v. 20.05.2015, BStBl II 2015, 1022).