Ausgabe 37/2011
Steuertipp vom 15.09.2011

Ertragsteuerliche Behandlung von Erstattungs- und Nachzahlungszinsen nach § 233a AO

Erstattungszinsen gem. § 233a AO sind als Einnahmen aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG steuerpflichtig, soweit sie nicht zu den Betriebseinnahmen gehören. Bei den Nachzahlungszinsen handelt es sich um nicht berücksichtigungsfähige private Schuldzinsen i.S.d. § 12 Nr. 3 EStG.

Werden Erstattungszinsen festgesetzt, sind diese zum Zeitpunkt des Zuflusses als Einnahmen aus Kapitalvermögen zu erfassen.

Kommt es anschließend zu einer Änderung des zugrundeliegenden Steuerbescheids zuungunsten des Steuerpflichtigen und damit auch zu einer Minderung und (Teil-)Rückzahlung zuvor festgesetzter Erstattungszinsen, handelt es sich insoweit um negative Einnahmen aus Kapitalvermögen. Diese sind zum Zeitpunkt des Abflusses zu berücksichtigen (§ 11 Abs. 2 Satz 1 EStG).

Die Verpflichtung zur Rückzahlung der erhaltenen Erstattungszinsen bestand bereits zu dem Zeitpunkt, zu dem die Steuerpflichtigen diese erhielten. Dies ergibt sich für die Einkommensteuer aus § 38 AO i.V.m. § 36 Abs. 1 EStG, wonach die Einkommensteuer mit Ablauf des Veranlagungszeitraums entsteht.