Ausgabe 44/2021
Steuertipp vom 03.11.2021

Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

Unter den Voraussetzungen des § 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a und b EStG können Arbeitgeber an Arbeitnehmer gewährte Sachbezüge und Zuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 15 % pauschal versteuern. Eine Pauschalierung kommt nur in Betracht, soweit die Sachbezüge und Zuschüsse des Arbeitgebers den Betrag nicht überschreiten, den der Arbeitnehmer nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 und Abs. 2 EStG im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung als Entfernungspauschale geltend machen könnte, wenn diese Bezüge nicht pauschal besteuert würden.

Im Lohnsteuer-Abzugsverfahren dürfen Arbeitgeber nach Tz. 5.2 des BMF-Schreibens vom 31.10.2013, BStBl I 2013, 1376, aus Vereinfachungsgründen unterstellen, dass die betroffenen Arbeitnehmer an 15 Arbeitstagen pro Monat entsprechende Fahrten vorgenommen haben. Mit der Inanspruchnahme der Vereinfachungsregelung kann der Arbeitgeber zudem davon ausgehen, dass die Einnahmen in der Sozialversicherung beitragsfrei sind (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SvEV).

Der vom Arbeitgeber unter Anwendung der Vereinfachungsregel pauschal versteuerte Betrag wird i.d.R. in Fällen z.B. mit Teilzeitbeschäftigung und mit mobilem Arbeiten zu Hause die als Werbungskosten abzugsfähige Entfernungspauschale übersteigen.