Ausgabe 48/2015
Steuertipp vom 24.11.2015

Faktorverfahren anstelle der Steuerklassenkombination III/V

Im Jahr 2010 wurde das sog. Faktorverfahren eingeführt, um den Lohnsteuerabzug bei Ehegatten bzw. Lebenspartnern zutreffender zu ermöglichen, als dies durch die jeweiligen Steuerklassen allein möglich ist.

Der errechnete Faktor ist bisher ein Jahr gültig. Mit dem Bürokratie-Entlastungsgesetz (BGBl I 2015, 1400) ist in § 39f Abs. 1 S. 9 EStG - neu - die Möglichkeit der zweijährigen Gültigkeit des Faktors vorgesehen. Des Weiteren wird eine Anpassung des Faktors ermöglicht, sofern sich die Verhältnisse der Ehegatten/Lebenspartner zugunsten oder zuungunsten verändern (§ 39f Abs. 1 Satz 10 EStG neu). Ob eine Anpassung des Faktors gewünscht wird, obliegt aber der Entscheidung der Steuerpflichtigen, da eine nicht vorgenommene Anpassung eines Faktors in der Regel zu keinen Steuerausfällen führt.

Ändert sich die Höhe des allgemeinen Freibetrags (hierzu § 39a Abs. 1 Satz 4 und 5 EStG) müssen sich die Ehegatten/Lebenspartner künftig auch bezüglich des Faktors erklären, weil der Freibetrag zwingender Bestandteil der Faktorregelung ist (§ 39f Abs. 1 Satz 11 EStG neu). Ziel soll es sein, dass beide Zwei-Jahreszeiräume künftig parallel laufen können.