Ausgabe 5/2012
Steuertipp vom 02.02.2012

Folgen der Begründung einer atypisch stillen Beteiligung für den gewerbesteuerlichen Verlustabzug

Wird eine atypisch stille Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft begründet, stellt sich regelmäßig die Frage, ob bis zur Begründung der atypisch stillen Beteiligung entstandene gewerbesteuerliche Verlustvorträge bei der Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags der atypisch stillen Gesellschaft berücksichtigt werden können.

Zur Beantwortung dieser Frage ist zunächst zu prüfen, ob durch Gründung der atypisch stillen Gesellschaft ein neuer Gewerbebetrieb entstanden ist. Falls die atypisch stille Beteiligung das ganze Handelsgewerbe der GmbH umfasst, bilden GmbH und atypisch stille Gesellschaft einen einheitlichen Gewerbebetrieb (vgl. BFH, Urt. v. 08.02.1995 - I R 127/93, BStBl II 1995, 764). Beteiligt sich der atypisch stille Gesellschafter jedoch nur an einem Teil des Handelsgewerbes, liegen zwei oder ggf. noch mehr Gewerbebetriebe vor (vgl. BFH, Urt. v. 06.12.1995 - I R 109/94, BStBl II 1998, 685).