Ausgabe 8/2016
Steuertipp vom 23.02.2016

Gesellschafter-Geschäftsführer: Pension bei Fortführung des Dienstverhältnisses

Im Fall des BFH-Urteils vom 05.03.2008 - I R 12/07 (BStBl II 2015, 409) war streitig, ob und ggf. in welchem Umfang eine kurz vor Eintritt in den Ruhestand vereinbarte Kapitalabfindung für eine betriebliche Altersversorgung als vGA zu beurteilen ist, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer auch nach dem Eintritt in den Ruhestand für die Kapitalgesellschaft weiterarbeitet. Die Verwaltung hat lange gezögert, dieses Urteil mit der amtlichen Veröffentlichung für allgemein anwendbar zu erklären.

Dem Urteil lassen sich folgende, für die Praxis bedeutsame Grundsätze entnehmen:

  • Die Zusage einer Altersversorgung, die dem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer das Recht einräumt, statt der Rente eine Kapitalabfindung in Höhe des Barwerts der Rentenverpflichtung zu verlangen, ist grundsätzlich steuerrechtlich anzuerkennen, sofern die Vereinbarung im Vorhinein getroffen wurde und klar und eindeutig ist. Dies gilt auch dann, wenn das Abfindungswahlrecht einseitig dem (beherrschenden) Gesellschafter zusteht und von ihm schon vor Eintritt des Versorgungsfalls ausgeübt werden kann, vorausgesetzt, der Kapitalbetrag wird erst mit Eintritt des Versorgungsfalls fällig.