Ausgabe 51/2011
Steuertipp vom 22.12.2011

Gewerbesteueranrechnung bei an einer Mitunternehmerschaft beteiligten Einzelunternehmen

Mit BMF-Schreiben vom 25.11.2010 - IV C 6 - S 2296a/09/10001 (BStBl I 2010, 1312) wurde die Anwendung des § 35 EStG bei Beteiligungen an mehrstöckigen Personengesellschaften neu geregelt. Zu beachten ist, dass diese Grundsätze auch dann anzuwenden sind, wenn ein Einzelunternehmen eine oder mehrere Beteiligungen an einer Mitunternehmerschaft im Betriebsvermögen hält.

Die über die Mitunternehmerschaft erzielten Einkünfte gehen in einem solchem Fall in die aus dem Einzelunternehmen erzielten gewerblichen Einkünfte ein. Für die Zwecke der Gewerbsteueranrechnung ist der Mitunternehmeranteil für den Einzelunternehmer keine selbständige Einkunftsquelle, sondern nur Teil der Einkunftsquelle "Einzelunternehmen".

Das bedeutet, dass bei der Ermittlung des Ermäßigungshöchstbetrags (Summe der positiven Einkünfte) und der Vergleichsrechnung zwischen dem 3,8-Fachen des Gewerbesteuermessbetrags und der tatsächlich zu zahlenden Gewerbesteuer jeweils die zusammengefassten Beträge aus dem Gewinn des Einzelunternehmens und dem Gewinn aus dem im Betriebsvermögen gehaltenen Mitunternehmeranteil zugrunde zu legen sind.

Beispiel: Der ledige Unternehmer A erzielt folgende Einkünfte:
Gewinn Einzelhandelsbetrieb (EU): + 50.000 ?
Verlustanteil OHG-Beteiligung: - 10.000 ?