Ausgabe 24/2011
Steuertipp vom 16.06.2011

Gewerbesteuerliche Behandlung der nach § 4 Abs. 4a EStG nicht abziehbaren Schuldzinsen

Nach § 8 GewStG werden bei der Ermittlung des Gewerbeertrags generell nur solche Beträge dem Gewinn aus Gewerbebetrieb hinzugerechnet, die bei der Ermittlung des Gewinns auch abgezogen worden sind. Soweit Zinsaufwendungen nach § 4 Abs. 4a EStG bei der Ermittlung des Gewinns nicht abgezogen werden dürfen, kommt eine Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1 GewStG daher nicht in Betracht. Da jedoch aufgrund der spezifischen Wirkungsweise der Vorschrift des § 4 Abs. 4a EStG niemals die gesamten betrieblichen Zinsaufwendungen, sondern nur ein Teil davon nicht abziehbar ist (ein Sockelbetrag von 2.050 ? ist gem. § 4 Abs. 4a Satz 4 EStG stets abziehbar), stellt sich die Frage, in welchem Umfang der nichtabziehbare Teil der Zinsaufwendungen den dem Grunde nach als Dauerschuldzinsen i.S.v. § 8 Nr. 1 GewStG zu qualifizierenden Zinsaufwendungen zuzuordnen ist. Diese Zuordnung kann nur im Wege der Schätzung erfolgen. Hierbei kann von folgenden Zuordnungsgrundsätzen ausgegangen werden:

  • Zinsen für gem. § 4 Abs. 4a Satz 5 EStG uneingeschränkt abzugsfähige Investitionsdarlehen sind in vollem Umfang nach Maßgabe von § 8 Nr. 1 GewStG hinzuzurechnen.