Ausgabe 5/2020
Steuertipp vom 29.01.2020

Gewerbliche Infizierung bei Personengesellschaften

Gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG kann eine Personengesellschaft, die auch gewerbliche Einkünfte i.S.d. § 15 Abs. 2 EStG erwirtschaftet, (neben land- und forstwirtschaftlichen, freiberuflichen oder vermögensverwaltenden Einkünften), insgesamt nur gewerbliche Einkünfte erzielen. Die Infektionstheorie ist somit nur bei Personengesellschaften und anderen Gesellschaften einschließlich der atypisch stillen Gesellschaft und der Partnerschaftsgesellschaft anwendbar, wenn diese eine Photovoltaikanlage betreiben und den produzierten Strom einspeisen bzw. diesen an Dritte veräußern.

Die Problemstellung ergibt sich regelmäßig dann, wenn auf einem im Eigentum von mehreren Personen stehenden Vermietungsobjekt (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) von den Grundstückseigentümern eine Photovoltaikanlage errichtet wird, mit der Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist wird und sowohl die Einkünfte des Vermietungsobjekts als auch die Einkünfte aus der Photovoltaikanlage ein und derselben Personengesellschaft im zivilrechtlichen Sinne zuzurechnen sind.